Sommer Sonne Strand... kleine Monster

 


Die Urlaubszeit naht, und mit ihr die Vorstellung von glücklich spielenden Kindern am Strand, von freiheitlicher Entwicklung ohne Regeln und ohne Zwang… doch erleben die meisten Eltern ihre Kinder im Urlaub als noch anstrengender als zu Hause. Obwohl sie jetzt fast alles dürfen. Wieso benehmen die sich so seltsam, nölen, sind nervig und keineswegs die wohlgeratenen Kinder, von denen man zu Hause dachte, die sind so weit in Ordnung und ist man erst im Urlaub, versprühen sie reine Seligkeit.

Da hat man gemeinsam das Urlaubsziel geplant, darauf Rücksicht genommen, dass die lieben Kleinen ein attraktives Freizeitangebot und kurze Wege zum Strand haben, der Vater hat vielleicht auf seine alpine Berghütte und die Mutter auf Luxushotels im kulturellen Umfeld verzichtet und trotzdem haben die Kinder keine Hemmungen ein Riesentheater zu veranstalten, weil sie erstens überhaupt jemals ins Bett sollen. Weil die Eltern aus heiterem Himmel beim vierten Eis am Tag „Schluss jetzt!“ sagen, eine Art Willkürakt, finden die Kinder, einzig aus der herrschsüchtigen Launenhaftigkeit der Erwachsenen geboren. Sie scheinen bereit, einen Kinderschutzbund am Urlaubsort zu gründen wegen unzulässiger Kinderferienzeitverschwendung, wenn man darauf besteht, dass sie sich nach dem Rumtollen im Wasser wieder eincremen oder am Abend duschen (dabei hat man doch den ganzen Tag gebadet!!).

Der Vater verdächtigt heimlich die Mutter diese Erziehungsergebnisse verschuldet zu haben. Verzogene Brut! An ihm liegt‘s jedenfalls nicht, nach einer zünftigen Bergtour würden die Kinder von allein ins Bett wollen. Um sieben wäre Ruhe, einzig ein paar Kuhglocken…

Die Mutter betrachtet sinnend ihre Fingernägel und rechnet im Stillen die Kosten für die Freizeitangebote, die Tauch-, Surf- und Segelkurse in Nobelhotelübernachtungen um. Villa Medici, denkt sie versonnen und sieht die Kübel mit Geranien vor den historischen Mauern. Oder Romantikhotel… was für ein schönes Wort, so viele Ohs… „Wieso sind die Kinder nur so nervig?“ schreckt der Vater sie aus ihren onomatopoetischen Betrachtungen auf.

Ja wieso? Kinder müssen im Gegensatz zu Erwachsenen die Welt und ihr Regelwerk erst lernen. Eine neue Umgebung mit anderen Regeln ist zwar aufregend und schön, aber auch anstrengend. Zumal Kinder vieles wörtlich nehmen. Sagt man zu ihnen „Im Urlaub darfst du so lange aufbleiben, wie du willst!“ anstatt das, was man meint, nämlich „bis du müde bist“, glauben sie es, sind wütend und fühlen sich betrogen, wenn sie ins Bett müssen. Obwohl sie doch noch nicht wollen!

Alle Menschen brauchen, wie man aus zahlreichen Untersuchungen weiß, Vorhersehbarkeit und Transparenz, um psychisch gesund zu bleiben, sich in ihrer Umgebung wohl zu fühlen und entfalten zu können (das gilt für Arbeitsplätze wie für Aufenthalte in Institutionen). Die Familie ist die bestimmende, sozusagen gesetzgebende Institution für Kinder. Um sich entfalten zu können, brauchen sie klar kommunizierte Regeln. Davor scheuen wir zurück, es soll doch alles schön und frei für sie sein. Wir mogeln uns raus dem Kind zu sagen, natürlich musst du auch im Urlaub schlafen gehen, aufstehen, Zähne putzen, genug trinken, dich einigermaßen gut benehmen und halbwegs gesund ernähren.

 

Für die Eltern ist es entspannend etwas weniger als zu Hause zu müssen und etwas mehr zu dürfen. Aber sie haben die Matrix, auf der der Urlaub funktioniert, schon verinnerlicht. Sie wissen wie Alltag und wie Urlaub geht, was gleichbleibt und was sich ändert. Die Kinder nicht, man muss jede ungeschriebene Urlaubsregel erst kommunizieren: Mindestens eineinhalb Liter Wasser trinken, niemals uneingecremt in die Sonne, den Anweisungen des Tauchlehrers unbedingt folgen, an steilen Felsenhängen kein Rad schlagen usw.

Man merkt, wenn man sich das alles vorhält, was man zwar erwartet, aber nicht sagt, dass für Kinder im Urlaub keineswegs weniger Regeln gelten als in ihrem Alltag, nur andere.


Auch Eltern haben wichtige Entwicklungsschritte im Urlaub vor sich. Sie müssen ihr idyllisches Erziehungsideal, bestehend aus Liebe und die Kinder machen lassen, kritisch überprüfen.

Die Kinder haben sich einer Gruppe mit anderen zusammengeschlossen. Wie schön. Sie tigern gemeinsam den Strand entlang und streunen ins Landesinnere, wie schön… und haben dort einen kleinen Bach entdeckt, ach diese Entfaltung… und haben versucht eine der Schlangen dort in eine Flasche zu kriegen und mitzubringen, aber sie wollte nicht…. WAS??


Die pubertierenden Mädchen wollen zur Stranddisco, na gut, aber nur, wenn wir dabei sind, nur bis so und so viel Uhr, usw.… die Mädchen wollen davor schon nachmittags nicht mehr an den Strand, sondern sich putzen und schönmachen. Na gut. Sie erscheinen, bereit für den Auftritt ihres Lebens... und sehen aus wie der leibhaftige Lolita-Männertraum, kindlich, hochhackig mit freier Haut an aufreizenden Stellen. SO GEHT IHR NICHT. Aber du hast es versprochen!! Du hast erlaubt, dass wir uns deine Schuhe ausleihen…!!

Sie möchten ein Lagerfeuer am Strand machen, das größte Lagerfeuer seit jemals. Schön. Sie sind ständig begeistert mit Holzsuchen beschäftigt, sehr schön… sie haben riesige Balken für ihr Feuer gefunden, man freut sich mit… aber sie kriegen sie nicht aus dem Schlamm beim alten Klärwerk… ALTES KLÄRWERK???


Nicht nur Kinder, auch Eltern haben im Urlaub viel zu lernen, als Erstes klare Kommunikation. „Du darfst im Urlaub viel Eis essen“ heißt: „Nicht mehr als zwei Eis am Tag“.  

Mit Schlangen spielen ist nicht erlaubt.

„Ihr dürft euch Schuhe von mir leihen“ meint „keine hochhackigen!“

Und "Schlammbecken bei alten Klärwerken sind generell weiträumig zu umgehen!"

Kinder haben‘s schwer, Erwachsene haben‘s schwer. Bei Einsicht in diese Voraussetzungen kann man einen wunderbaren Urlaub miteinander verbringen.

 

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Christine Quindeau
Psychologin

Psychotherapeutin (HPG)

 

Entwicklungspsychologie Pädagogin, Kinder- und Jugendpsychologie

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