Vaterlosigkeit - das ignorierte Problem

 

 

Dass Kinder ohne Vater aufwachsen, ist ein verbreitetes Phänomen. Früher war der Krieg, heute sind die Scheidungen der Hauptgrund dafür. 85 % der Scheidungskinder wachsen bei der Mutter auf. Für die Jungen ergibt sich Studien zufolge aus der vaterlosen Erziehung ein erhöhtes Risiko Depressionen und Suchterkrankungen zu bekommen.

Aber nicht nur durch Scheidung oder Tod wachsen Kinder ohne Vater auf, auch bei schweren Erkrankungen oder wenn der Vater kaum zu Hause ist, erleben viele Kinder faktische „Vaterlosigkeit“. Die Betroffenen empfinden das selbst als schweren Mangel. Erstaunlich ist nur, dass so wenig darüber geforscht wird. Denn dass es ein großer Verlust für die Identitätsfindung der Jungen bedeutet, ist naheliegend. Ihnen fehlt nicht nur das Vorbild im Vater. Durch die wenigen männlichen Erzieher und Lehrer in Kindergarten und Volksschule haben die Jungen auch Schwierigkeiten einen Vorbild-Ersatz in ihrem alltäglichen Leben zu finden. Sie müssen sich also mit den Vorbildern im Film begnügen, die kaum natürliche Männer in verschiedenen Facetten zeigen. Der normale Action-Held ist aggressiv, geschieden, hat ein Alkoholproblem, kaum noch Freunde und ist eine Gefahr für seine Umwelt. Der rettet am Schluss die Welt.

Das hat nun nichts mit den vielfältigen realen Männern zu tun, die lustig sind und konfliktscheu, die sich mit Autos beschäftigen und sich von ihrer Frau dafür schimpfen lassen, die fürsorglich sind und wortkarg, die Familientyrannen oder die Männer, die zwei Stunden ein „Schwätzchen“ mit den Nachbarn halten, wenn sie nur kurz zum Bäcker wollten. Und die, die obwohl sie sonst verlässlich und verträglich sind, einen Anfall kriegen, wenn im Urlaub mal ein bisschen Sand ins Zelt gekommen ist. Eben all die normalen netten, unausstehlichen, hilfsbereiten und manchmal andere abwertenden Männer, die die Erde bevölkern. Nur im Film sind Männer, vor allem Helden, fast immer soziopathisch. Ein Vorbild ist das nicht.


Man kann die vaterlos aufwachsenden Jungen, wenn es Interesse bei ihnen gibt, bewusst bei einem männlichen Trainer/Lehrer anmelden, ob Fußball, Geige, Schultheater, Judo oder Feuerwehr; es gibt noch Männerbastionen, aber auch außerhalb Möglichkeiten für Kinder normale Männer zu erleben. 
Überall in der Gesellschaft wird versucht ein ausgewogenes Geschlechterverhältnis zu erreichen. Es ist völlig in Ordnung, auch in die andere Richtung zu „gendern“, durch bewussten Ausgleich für die Vaterlosigkeit das Kind zu unterstützen.
 

Und Unterstützung brauchen die vaterlos aufgewachsenen Männer, denn sie kämpfen nicht nur mit ihrer Identitätsfindung, sondern auch mit der Unsicherheit bezogen auf ihre eigene Vaterrolle. Für die meisten ist völlig klar, dass sie für ihre Kinder da sein werden. Nur danach herrscht oft Nebel in den Vorstellungen.

 

Muss man für die Familie sorgen? Muss man -  kann man – immer für die Kinder da sein? Viele vaterlos aufgewachsene Männer möchten eine Art Übervater sein. Es fehlt die Erfahrung und damit die Vorstellung von einem normalen Alltag. Gleichzeitig haben sie Angst vor der Realität, die Verantwortung wahrzunehmen, denn zwischen keinem Vater und ihrem Idealbild als Vater klafft - das Nichts. 
Man kann sich unterstützen lassen, die Angst abbauen, sehen, welche Art Vater in einem angelegt ist, und die eigene Rolle finden.


Es gibt so viele Arten ein Mann zu sein. Und Vater. 

 

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Christine Quindeau
Psychologin

Psychotherapeutin (HPG)

 

Entwicklungspsychologie Pädagogin, Kinder- und Jugendpsychologie

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