Helikopter
 

Diese Woche habe ich wieder mehrere Publikationen gelesen, in denen man sich über sogenannte Helikopter-Eltern lustig macht. Das scheint ein nicht tot zu kriegender Gesellschaftssport zu sein. Anstatt dass wir froh sind, dass Eltern sich gut kümmern, Freizeit, Geld und Karriere dafür zurückstellen, dass es dem Kind gut geht, machen wir diese Eltern lächerlich. Wenn Journalist/innen sich doch nur mal bequemen würden, sich aus ihrem eigenen privilegierten Dunstkreis fortzubewegen, wenn sie über die Phänomene dieser Welt berichten! Man wünscht ihnen ein Jahr in der Krisenintervention im Krankenhaus, dann wüssten sie, überfürsorgliche Eltern sind NICHT das Problem. Sondern Eltern, die sich nicht kümmern. 

Das wüssten sie auch, wenn sie alternativ ein paar Studien lesen würden. Da steht nämlich in aller Klarheit (und das schon seit Jahren!), dass die besten Erziehungsergebnisse von einem autoritativen Erziehungsstil bewirkt werden. Der ist dadurch gekennzeichnet, dass ein Kind einerseits viel Zuneigung erhält und andererseits Anforderungen an es gestellt werden. Nicht zu verwechseln mit einem autoritären Erziehungsstil, der durch wenig Zuneigung und viele Anforderungen bestimmt wird. Die schlechtesten Erziehungsergebnisse bewirkt man aber nicht, wie man meinen sollte mit diesem autoritären, oft strafenden Erziehungsstil, sondern mit einem vernachlässigenden. Das Schlimmste für Kinder ist nicht, wenn die Eltern zu streng sind, sondern wenn sie sich nicht kümmern.

Nun sind wir mittelalten, die gesellschaftliche Meinung prägenden Erwachsenen früher nicht so gefördert, geschützt und gehätschelt worden wie einige der heutigen Kinder. Dennoch sei aus uns etwas geworden, wird oft betont. Es wird gerne das Idyll beschworen, wie frei und fahrradhelmlos wir uns bewegen konnten. Ja stimmt, viele von uns hatten als Kind einen größeren Freiraum. Aber die Gesellschaft insgesamt war restriktiver.

Die normale Disziplin und Leistungsanforderungen in der Schule waren erheblich höher und elterliche Regeln wurden kaum in Frage gestellt. Die Gesellschaft hat durch ein hohes Maß an Anforderungen und Restriktion bereits einen Raum abgesteckt, der die Freiheit der Kinder definierte.
Und das obwohl es weniger gefährdende Einflüsse gab. Medienerziehung hieß vor 30 Jahren, man durfte von den drei zur Verfügung stehenden Fernsehsendern nur anschauen, was im Fernsehprogramm mit einem Häschen gekennzeichnet war und auch davon nur zwei Sendungen in der Woche. Ende.

Den großen Freiraum verbrachte man schon mangels Alternativen vorwiegend mit Lesen, Musik- bzw. Sportmachen und semi-erlaubten Abenteuern am Fluss und sonstwo. Natürlich ist da etwas aus uns geworden! Nur falls es jemandem noch nicht aufgefallen sein sollte: die Zeiten haben sich geändert. Die Matrix „aber früher“ funktioniert nicht mehr als erzieherischer Leitfaden.

Hören wir doch auf, Eltern, die ihr Bestes tun, vorzuführen, auch wenn sie dabei etwas übers Ziel hinaus schießen, wenn sie zum Beispiel die Lehrer/innen nerven oder ihr Kind immer genau bis vor die Schultür fahren.

 

Natürlich ist die optimale Erziehung, einem Kind eine sichere Plattform zu schaffen, von der aus es seine eigenen Erfahrungen machen kann, und nicht es überzubehüten.
Aber die sichere Plattform muss man erstmal schaffen!

Ein vernachlässigender Erziehungsstil hat nach neueren Studien sogar noch schlimmere Auswirkungen als selbst Missbrauch, er korreliert u.a. mit erhöhtem Aufkommen von psychischen Erkrankungen, schlechteren Schulleistungen und späterer Kriminalität. Und das, obwohl die vernachlässigenden Eltern keins der offenbar schlimmsten Verbrechen begehen, Lehrer/innen nerven und Kind chauffieren.

Was wünschen wir Kindern?

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Christine Quindeau

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Christine Quindeau
Psychologin

Psychotherapeutin (HPG)

 

Entwicklungspsychologie Pädagogin, Kinder- und Jugendpsychologie

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