Wie wichtig ist die Intelligenz?

 

 

Kaum etwas wird so hitzig und kontrovers diskutiert wie Intelligenz. Und auch wenn in den letzten Jahrzehnten die Akzeptanz des IQs gestiegen ist, wird er gleichzeitig mit einiger Skepsis betrachtet.


Beschäftigt man sich mit Intelligenz muss man zunächst unterscheiden zwischen dem, was die Psychologie unter dem Begriff Intelligenz testet und erforscht und dem was wir landläufig als intelligent ansehen. Auch wenn es Überschneidungen gibt, ist das nicht deckungsgleich. Zum Beispiel empfinden wir Menschen als intelligent, die komplexe Sachverhalte schnell erfassen, analysieren und für verschiedene Aufgabenstellungen Lösungen finden. Das wird in IQ-Tests nicht untersucht, allenfalls eine Vorstufe dazu, nämlich, ob man bei kleinen einfachen Aufgaben abstrahieren und Regeln erkennen kann. Ohne diese Fähigkeit wird man kaum komplexe Probleme lösen können. Aber auch wenn man kleinteilig sehr gut abstrahieren kann, heißt das noch lange nicht, dass man einen vielschichtigen großen Sachverhalt bewältigt, in den ganz unterschiedliche Komponenten hineinspielen.

Das erklärt, wieso der IQ keine Aussage über den Erfolg im Beruf macht. Man hat an Managern getestet, ob ihr Managementerfolg mit dem IQ zusammenhängt und die schockierende Antwort ist: Nein. Der Erfolg von Managern hängt nicht vom IQ ab, aber sehr hoch von dem, was wissenschaftlich als „emotionale Intelligenz“ erfasst ist. Nun könnte man sagen, ja weg mit dem IQ, wenn er nicht mal über objektiv messbaren Berufserfolg eine Aussage trifft. Allerdings: ob jemand überhaupt Manager/in wird, hängt sehr wohl vom IQ ab.

Ein hoher IQ trägt nämlich zum Schul- und Studiumserfolg bei. Und daher sagt er etwas über die Wahrscheinlichkeit aus einen Beruf mit hohem Status und Einkommensmöglichkeiten zu erlangen, die eben meistens mit einem Studium verbunden sind. Wie erfolgreich man dann IN dem Beruf ist, darüber sagt er nichts.

Eine Ausnahme gibt es: Menschen mit überdurchschnittlich hohem IQ erledigen im Schnitt einfache Arbeiten schlechter als andere. Es ist also wirklich nicht empfehlenswert mit einem hohen IQ ans Fließband zu gehen. Nicht nur, weil man sich sehr langweilen wird, man erledigt die Arbeit voraussichtlich nicht mal so gut und zuverlässig wie die Kollegen.

Und da sind wir auch schon in dem Bereich, wo IQ-Tests Sinn machen, nämlich bei der Schullaufbahn-, Berufs- und Studiumsentscheidung. Damit die Eltern und Lehrer wissen, welche kognitiven Voraussetzungen das Kind hat, um das in ihre Entscheidung für die Schulform einzubeziehen und um abzuschätzen, wieviel Unterstützung das Kind vermutlich brauchen wird. Um bei hochbegabten Kindern darauf vorbereitet zu sein, dass sie, wenn sie schlecht in der Schule werden, vermutlich MEHR Anreize und Anforderungen brauchen und nicht weniger. Und sich bei minderbegabten Kindern klarzumachen, wenn sie auf eine Regelschule gehen sollen, dass sie qualifizierte Unterstützung brauchen werden.

Nichts ist in Stein gemeißelt, das Meiste kann man kompensieren, aber man sollte wissen, dass man mit einer bestimmten Entscheidung etwas kompensieren muss.

Noch nützlicher wird der IQ bei der Studiumsentscheidung. Man geht davon aus, das Abitur befähige zum Studium in jedem Fach. Das ist formal richtig - und praktisch völlig falsch. Nicht von ungefähr studieren viele erst mal ein, zwei Semester das falsche Fach, ehe sie merken, das ist nichts für sie. So eine IQ-Testung ist aufwändig, teuer, richtig Spaß macht sie auch nicht, aber wenn man sich überlegt, was nur ein einziges Semester an Aufwand im falschen Studiengang bedeutet, sieht man es anders.


Auch hier gilt: Nichts ist unschaffbar. Man kann mit einem mittleren IQ ein anspruchsvolles Fach studieren. Aber man muss sich klar sein, dass das nichts mehr mit lustigem Studentenleben zu tun hat, sondern mit hervorragenden Lernstrategien, Zähnezusammenbeißen und möglicherweise trotzdem nur mittelmäßigen Noten. Das kann dennoch die richtige Entscheidung sein, z.B. wenn man unbedingt den Beruf ausüben möchte, egal wie schwierig das Studium wird. Man kann Maßnahmen treffen um das auszugleichen, z.B. für die Prüfungen, in denen viele durchfallen von Anfang an von höheren Semestern Nachhilfe nehmen.


Aber ebenso wenig wie alles in Stein gemeißelt ist, muss man alles machen. „Müssen nur wollen“ ist zwar die Maxime unserer Leistungsgesellschaft, aber die hohen Studienabbrecherzahlen, die seit Bologna noch nach oben geschnellt sind, zeigen: es ist nicht sinnvoll sich unabhängig von den eigenen kognitiven Voraussetzungen für ein Studium oder ein bestimmtes Fach zu entscheiden.
 

An sich ist der IQ ein Instrument, das für mehr Förderungsgerechtigkeit sorgen könnte und hilft, nicht in Klischees zu denken. Zwar ist der IQ im Durchschnitt sehr unterschiedlich nach Berufsgruppen verteilt, aber er eignet sich nicht dazu, Menschen pauschal auf- oder abzuwerten: So ist bei Yale-Professoren ein IQ zwischen 110 und 140 gemessen worden, bei Landwirten aber zwischen 70 und 150. Also wenn man mal mit einem Menschen sprechen möchte, der intelligenter als ein Yale-Professor ist, sollte man aufs Land fahren! :-)

 

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Christine Quindeau
Psychologin

Psychotherapeutin (HPG)

 

Entwicklungspsychologie Pädagogin, Kinder- und Jugendpsychologie

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© Christine Quindeau