Glück im Spiegel

 

 

Manchmal sagen Klienten und Klientinnen am Anfang, sie wüssten nicht ob ihre Selbsteinschätzung richtig ist, ob sie mir vielleicht etwas vormachen. Aber wer kann sich schon "richtig" einschätzen? Und selbst wenn man bewusst etwas schummelt, ist das völlig normal. Natürlich ist es sinnlos dem Psychologen etwas vorzumachen, der ist ja genau für die Person des Klienten da mit ihren Schattenseiten und nicht um eine geschönte Persönlichkeit präsentiert zu bekommen. Es ist ebenso "sinnvoll" wie wenn man sich ein Bild von Angelina Jolie oder Brad Pitt über sein Spiegelbild kleben würde. Aber ebenso wie man weiß, dass es sinnlos ist, ist es natürlich. Manchmal schreckt man eben davor zurück, was man eventuell zu sehen kriegt.

Man möchte kein ungeschöntes Bild von sich nach Außen geben oder es ist einfach ein Impuls sich nicht ganz zu offenbaren. Gut, wenn man noch merkt, wann man sich sein Bild schönfärbt. Aber absolut niemand ist in der Lage immer ganz die Wahrheit zu sagen. Zum einen, weil sie einem vielleicht nicht ganz bewusst ist, man sich selbst etwas vormacht und zum anderen, weil sie einem nicht schmeckt und man es nicht gerne sagt. 

Es ist völlig normal und macht überhaupt nichts, auch Manipulationen liefern wertvolle Hinweise. Damit Ihnen Ihre Vorstellungen nicht schaden, sind Sie da. Und die anderen, die selbsterhaltenden nützlichen können sie gerne behalten. 

Es gibt viele Untersuchungen rund um das Thema. Eine besagt, dass Menschen, wenn sie erfolgreich sind, es ihrem Können zuschreiben, wenn sie nicht erfolgreich sind, schreiben sie es äußeren Umständen zu. Wenn das mal keine geschönte Selbstwahrnehmung ist! Aber alle Menschen machen das. Nur depressive Menschen schreiben Misserfolge sich selbst zu. 

Also sich ein bisschen etwas vormachen ist ganz normal, um nicht zu sagen: es ist gesund :-)

 

 

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Christine Quindeau

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Christine Quindeau
Psychologin

Psychotherapeutin (HPG)

 

Entwicklungspsychologie Pädagogin, Kinder- und Jugendpsychologie

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© Christine Quindeau